Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften: Fast eine Milliarde Euro für Genossenschaftswohnungen

08.03.2018

Mit einem geplanten Investitionsvolumen von insgesamt 823 Millionen Euro setzen die Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften in diesem Jahr erneut ein eindrucksvolles Zeichen auf dem Immobilienmarkt der Hansestadt.Allein 495 Millionen Euro fließen in den Neubau von Wohnungen,rund 217 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. 328 Millionen Euro sind für die Modernisierung und Instandhaltung von Bestandsimmobilien vorgesehen. Das gab der Arbeitskreis Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften e.V. heute bekannt.

Die im Arbeitskreis organisierten 30 Wohnungsbaugenossenschaften zählen derzeit über 220.000 Mitglieder und haben rund 132.000 Wohnungen in allen sieben Bezirken der Hansestadt sowie in einigen Randgemeinden im Bestand. Das entspricht rund 20 Prozent aller Hamburger Mietwohnungen.

Baubeginn für rund 1.550 neue Wohnungen

Die stete Steigerung der hohen Investitionssummen in den vergangenen Jahren unterstreicht die Bedeutung der Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften in der Wohnungswirtschaft. Im vergangenen Jahr betrugen die Gesamtinvestitionen rund 578 Millionen Euro, 2016 waren es mehr als 490 Millionen Euro. Monika Böhm, Vorstandsvorsitzende des Arbeitskreises: „Die Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften verfolgen mit ihren ständigen und hohen Investitionen konsequent das Ziel, be- zahlbaren Wohnraum für die Bürgerinnen und Bürger der Hansestadt zu schaffen.“ Für 2018 planen die Mitgliedsgenossenschaften des Arbeitskreises den Baubeginn von insgesamt 1.549 neuen Wohnungen.

Weiterhin günstig bleiben die Mieten der genossenschaftlichen Wohnungen. So liegt die durchschnittliche Miete unverändert im Vergleich zum Vorjahr bei 6,37 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche netto-kalt und damit deutlich unterhalb des Durchschnittswertes des Hamburger Mietenspiegels in Höhe von 8,44 Euro. Monika Böhm: „Die Wohnungsbaugenossenschaften sind die Mietpreisbremse dieser Stadt.“

Städtische Grundstücke: Kritik an der Vergabepraxis

Zugleich weist die Vorstandsvorsitzende des Arbeitskreises darauf hin, dass die Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften durchaus noch mehr preiswerte Wohnungen bauen könnten, wenn Hamburg städtische Baugrundstücke günstiger veräußern würde und kritisiert die Vergabepraxis der Stadt. Die Genossenschaften seien gefordert, ihre Quartiere weiter zu entwickeln. „Auf diese Weise stehen wir in städtebaulicher Verantwortung, der wir natürlich gerne nachkommen. Zudem bauen wir viele dringend benötigte öffentlich geförderte Wohnungen“, sagt Monika Böhm. Bei der Vergabe städtischer Grundstücke habe jedoch in der Vergangenheit immer nur der Renditeaspekt die wichtigste Rolle gespielt, wer am meisten zahlt, bekommt das Grundstück. Monika Böhm weiter: „Wenn die Wohnungsbaugenossenschaften ihrer Funktion als Anbieter von günstigem Wohnraum und als wichtiger Akteur in der Stadtentwicklung auch in Zukunft gerecht werden sollen, muss sich das ändern. Wir müssen die Chance haben, Grundstücke günstiger von der Stadt kaufen zu können.“